HR-Trendstudie

HR-Trendstudie

change management, studie, kienbaum, talent, personalplanung, work life balanceDie Qualität von Führung und Management zu verbessern, steht ganz oben auf der Agenda von Deutschlands Personalverantwortlichen: Für knapp die Hälfte der deutschen Personalentscheider ist das in diesem Jahr die vordringliche Aufgabe der HR-Abteilung. Das ergab die HR-Trendstudie 2013 der Managementberatung Kienbaum, für die das Beratungsunternehmen mehr als hundert Personalverantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum befragt hat.

 

Auf den Plätzen zwei bis vier der Prioritätenliste folgen die Themen Change-Management mit 38 Prozent, Talent-Management mit 30 Prozent und strategische Personalplanung mit 28 Prozent. Das Thema Work-Life-Balance ist in den Augen der Personaler hingegen zum Beispiel weniger wichtig: Nur ein Prozent der Befragten hält dies derzeit für besonders relevant.

„Die Topthemen der Personaler sind zugleich die erfolgskritischen Aspekte für die Unternehmen insgesamt: Leadership weiter professionalisieren, fit sein für kontinuierliche Veränderungen und eine gut gefüllte Talente-Pipeline haben Priorität – sowohl in den Personalbereichen als auch in den Vorstandsetagen. Das verdeutlicht die zentrale Rolle der HR-Bereiche für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung der Unternehmen“, sagt Walter Jochmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Management Consultants.

Online-Jobbörsen und Karriere-Website sind beliebteste Kanäle

Im Rahmen ihres Employer Branding setzen die Unternehmen an erster Stelle auf Anzeigen in Online-Stellenbörsen und eine professionelle Karriere-Website: 53 beziehungsweise 51 Prozent der von Kienbaum befragten Firmen nutzen primär diese Kanäle für ihre Arbeitgeberkommunikation. 60 Prozent der Unternehmen sind regelmässig oder sogar in erster Linie auf Karrieremessen präsent und knapp die Hälfte der Befragten nutzt Business-Netzwerke für die Kommunikation mit potenziellen Kandidaten. Private soziale Netzwerke wie Facebook gehören hingegen bislang nur selten zum Standardrepertoire in der Arbeitgeberkommunikation: Lediglich knapp ein Viertel nutzt diese Kanäle regelmässig oder primär für ihr Employer Branding.

Fachkräftemangel ist grosse Herausforderung für Personaler

Für die Mehrheit der befragten Personalentscheider ist der Fachkräftemangel längst Realität: 41 Prozent der Unternehmen spüren dessen Auswirkungen schon deutlich. Zum Beispiel erhalten 59 Prozent der Firmen auf ausgeschriebene Stellen weniger Bewerbungen als früher und auch deren Qualität wird tendenziell schlechter. Weil die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt immer häufiger grösser ist als das Angebot, steigen die Marktvergütungen in den besonders gefragten Profilen. 

84 Prozent der Unternehmen bestätigen diesen Trend. „Umso wichtiger ist es, frühzeitig den Personalbedarf von morgen zu identifizieren, Mitarbeiter entsprechend zu entwickeln und fehlende Kompetenzen von aussen zu rekrutieren. Strategische Personalplanung und -entwicklung sind zentrale Ansatzpunkte im Umgang mit dem sich verschärfenden Fachkräftemangel“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Jochmann.

HR-Bereich agiert auf Augenhöhe 

Der Personalbereich erbringt einen ebenso hohen Wertbeitrag wie die anderen Unterstützungsfunktionen im Unternehmen wie etwa Finance und Controlling: Davon ist im Schnitt gut die Hälfte der von Kienbaum befragten Personalverantwortlichen überzeugt. Was die strategische Fundierung ihrer Arbeit angeht, haben die HR-Bereiche jedoch noch Nachholbedarf: Nur 57 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine Personalstrategie, die wiederum aus der aktuellen Geschäftsstrategie abgeleitet ist. 15 Prozent dagegen können auf gar keine Personalstrategie zurückgreifen. 

„Ein Strategiedefizit im Personalbereich hat weitreichende Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens insgesamt. Nur wenn ich weiss, welche Kompetenzen ich künftig benötige, um am Markt zu bestehen, kann ich meine Personalarbeit entsprechend ausrichten. Hier frühzeitig anzusetzen, ist angesichts der angespannten Lage in vielen Teilen  des Arbeitsmarkts umso wichtiger. Denn auf die Schnelle die passenden Mitarbeiter zu rekrutieren, wenn in einer Schlüsselposition plötzlich eine Vakanz entsteht, ist häufig nicht mehr möglich“, sagt Walter Jochmann von Kienbaum. (Foto: Fotolia)