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In der Finanzindustrie werden die höchsten Löhne der Schweiz gezahlt. Das auch deshalb, weil die Branche zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes zählt. Immerhin verwalten Schweizer Banken fast ein Drittel aller Gelder weltweit, die nicht im Heimatland des Besitzers verwaltet werden.

 

 

Die Branche ist auch im internationalen Vergleich sehr stark ausgeprägt und der Anteil an der gesamten Wertschöpfung ist in der Schweiz zwei- bis dreimal so gross wie in anderen europäischen Ländern - mit Ausnahme von Luxemburg. Die Finanzindustrie leistet einen Beitrag von rund 12 Prozent zum Bruttoinlandprodukt, die Banken allein erreichen fast 8 Prozent. Im Finanzsektor arbeiten mit rund 200.000 Personen - gut 6 Prozent aller Schweizer Arbeitnehmer. Laut der Schweizerischen Bankiervereinigung fällt ausserdem auf, dass die Arbeitsproduktivität (Bruttowertschöpfung dividiert durch Anzahl Beschäftigte) überdurchschnittlich hoch ist.

5,9 Prozent der im Finanzsektor Erwerbstätigen erbringen 11,6 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Damit ist ihre finanziell gemessene Produktivität pro Beschäftigten fast doppelt so hoch wie im landesweiten Durchschnitt.

Höchste Löhne der Schweiz

Die repräsentativste Lohnerhebung der Schweiz vom Bundesamt für Statistik (BfS) belegt den Spitzenplatz der Finanzindustrie bei den Gehältern. Als einzige Branche durchbricht demnach das Kreditgewerbe die "Schallmauer" eines Medianwertes von 9.000 Franken Monatslohn. Hier werden demnach 9.127 Franken monatlich gezahlt.

Dichtauf folgen die mit dem Kredit- und Versicherungsgewerbe verbundenen Tätigkeiten, bei denen das Lohnniveau 8.750 Franken erreicht. Dabei stützt sich die "Schweizerische Lohnstrukturerhebung", aus der diese Zahlen stammen, auf einen sehr umfangreichen Datenbestand ab. Hier werden 1,7 Millionen Lohndaten von 44.600 privaten und öffentlichen Unternehmen ausgewertet.

Unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern

Ausgewiesen wird jeweils ein standardisierter Monatslohn. In diesen fliessen alle Lohnkomponenten wie Boni etc. mit ein, er wird für eine Arbeitszeit 40 Wochenstunden und 4 1/3 Wochen pro Monat errechnet. Für den Jahreslohn muss die Zahl mit zwölf multipliziert werden.

Auf den beiden höchsten Anforderungsniveaus erhalten männliche Arbeitnehmer einen Medianlohn von 13.150 Franken und Frauen beziehen 9.881 Franken monatlich. Werden, eine Stufe tiefer, Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt, beträgt das Monatssalär für Männer 7.810 Franken und für Frauen 6.434 Franken. Schliesslich beträgt das Entgeld für "einfache und repetivite Arbeiten" noch 6.908 Franken für Männer und 6.250 Franken für Frauen. 

Untergrenze fürs Gehalt
 
 Schweizer Bankgehälter sind indessen nicht nur hoch, sie haben auch eine Untergrenze. Gemäss Schweizerischem Bankpersonalverband (sbpv), der etwa  15 Prozent der Bankangestellten vertritt, wurde für 2009 ein Minimallohn von 50.000 Franken pro Jahr ausgehandelt, wenn keine kaufmännische Ausbildung vorliegt.

Dazu addiert sich eine Familienzulage von 3.000 Franken jährlich. Die Entwicklung der Löhne scheint aber den Erwartungen der Mitglieder hinterherzuhinken. In einer jüngst publizierten Umfrage des sbpv waren 71 Prozent der Befragten nicht mit ihrer Lohnentwicklung im letzten Jahr zufrieden.

Boni können das Gehalt verdreifachen

Nochmals nach oben muss man meist schauen, wenn man einen Blick in die Gehaltszahlen der "Banking and Financial Services Salary Survey Switzerland" der Personalberatung Michael Page wirft. Sechsstellige Jahresgehälter sind hier eher Standard als Ausnahme. Aufgrund der starken Stellung der Schweiz im Private Banking sind insbesondere Customer Relationship Manager sehr gesuchte Fachkräfte.

Hierbei sind vor allem Bewerber mit mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung und einem breiten Beziehungsnetz bevorzugt. Als Lohn der Mühe winkt dem Customer Relationship Manager auf der Karrierestufe "Associate" bereits ein Fixgehalt zwischen 110.000 und 140.000 Franken. Der Bonus liegt zwischen 10 und 15 Prozent. Auf der Karrierestufe Director gibt es Festlöhne, die bis zu 300.000 Franken erreichen, wobei der Durchschnitt mit 225.000 Franken angegeben wird. Der Bonus ist nun reine Verhandlungssache.

Fonds- und Portfoliomanager

Hohe Löhne erzielen auch Fonds- und Portfoliomanager. Als Associate sind ohne weiteres 100.000 bis 120.000 Franken jährlich sowie ein Bonus drin, der 30 bis 50 Prozent des Fixums erreichen kann. Bei Direktorenposten erreicht das Fixgehalt Werte zwischen 200.000 und 250.000 Franken.

Die Höhe der Bonuszahlung reicht bis zu 100 Prozent. Nochmals lukrativer ist das Corporate Finance-Geschäft, wo es um Firmenfinanzierungen geht. Hier beziehen Direktoren Festgehälter von durchschnittlich 270.000 Franken, die sie mit dem maximalen Bonus von 200 Prozent sogar verdreifachen können. Auch bei Trading- und Sales-Positionen sind Boni über 100 Prozent des Jahreslohnes kein Problem.

(Alexander Saheb / Bild: Franck Boston, Fotolia.com)

 

 
 

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